Wer große Datenmengen von einem NAS, einer externen Festplatte oder einem anderen eingebundenen Volume kopieren möchte, stößt mit dem Finder unter macOS schnell an Grenzen. Gerade bei vielen Dateien, langen Laufzeiten oder bereits teilweise vorhandenen Daten ist ein robuster Terminal-Befehl oft die bessere Wahl.

In diesem Artikel zeige ich einen praktischen Weg, wie Daten unter macOS zuverlässig von einem eingebundenen Quellvolume auf ein Zielvolume kopiert werden können – mit rclone, caffeinate und einem ausführlichen Logfile.

Ausgangssituation

In diesem Beispiel sollen Daten von einem eingebundenen Quellvolume kopiert werden:

/Volumes/Quelle

Das Ziel befindet sich auf einer externen Festplatte, einem neuen NAS oder einem anderen eingebundenen Volume:

/Volumes/Ziel/Backup

Ein Teil der Daten ist im Ziel bereits vorhanden. Diese Dateien sollen nicht erneut kopiert werden.

Der Befehl

caffeinate -dimsu rclone copy "/Volumes/Quelle" "/Volumes/Ziel/Backup" \
  --progress \
  --transfers 4 \
  --checkers 8 \
  --ignore-existing \
  --log-file "$HOME/kopiervorgang.log" \
  --log-level INFO

Dieser Befehl kopiert Dateien vom Quellordner in den Zielordner, zeigt den Fortschritt an, verhindert den Ruhezustand des Macs und schreibt ein Logfile.

Was macht der Befehl genau?

Der Befehl besteht aus mehreren Teilen.

caffeinate

caffeinate -dimsu

caffeinate ist ein macOS-Werkzeug, das verhindert, dass der Mac während eines langen Kopiervorgangs in den Ruhezustand geht.

Die Optionen bedeuten:

-d   verhindert den Display-Ruhezustand
-i   verhindert den Idle-Sleep
-m   verhindert den Ruhezustand von Festplatten
-s   verhindert den System-Sleep, solange der Mac am Strom hängt
-u   signalisiert Benutzeraktivität

Gerade bei sehr großen Kopierjobs ist das wichtig. Ein unterbrochener Kopiervorgang kann später zwar meist fortgesetzt werden, kostet aber unnötig Zeit und Kontrolle.

rclone copy

Der eigentliche Kopiervorgang wird mit rclone copy durchgeführt:

rclone copy "/Volumes/Quelle" "/Volumes/Ziel/Backup"

rclone copy kopiert Dateien von der Quelle in das Ziel.

Wichtig: copy löscht keine Dateien im Ziel. Das ist für Migrationen und Sicherungskopien deutlich sicherer als sync, da sync Dateien im Ziel entfernen kann, wenn sie in der Quelle nicht mehr vorhanden sind.

Quelle und Ziel

Die Quelle:

"/Volumes/Quelle"

Das Ziel:

"/Volumes/Ziel/Backup"

Die Anführungszeichen sind wichtig, besonders wenn Pfade Leerzeichen oder Sonderzeichen enthalten. Auch wenn die Beispielpfade keine Leerzeichen enthalten, ist es eine gute Gewohnheit, Pfade im Terminal immer in Anführungszeichen zu setzen.

Fortschritt anzeigen

--progress

Diese Option zeigt während des Kopierens den aktuellen Fortschritt an. Man sieht unter anderem:

übertragene Datenmenge
Geschwindigkeit
Anzahl der Dateien
geschätzte Restdauer
aktuelle Transfers

Bei großen Datenmengen ist das sehr hilfreich, weil man jederzeit erkennt, ob der Kopiervorgang noch aktiv läuft.

Anzahl paralleler Dateiübertragungen

--transfers 4

Diese Option legt fest, wie viele Dateien parallel übertragen werden.

Mit 4 werden bis zu vier Dateien gleichzeitig kopiert. Das ist ein guter Startwert für NAS-Umzüge, externe Laufwerke oder SMB-Freigaben.

Ein höherer Wert ist nicht automatisch besser. Bei sehr vielen kleinen Dateien kann ein höherer Wert helfen, bei großen Dateien oder langsameren Laufwerken kann er aber auch bremsen.

Anzahl paralleler Prüfprozesse

--checkers 8

Mit --checkers 8 prüft rclone mehrere Dateien parallel darauf, ob sie im Ziel bereits vorhanden sind.

Das ist besonders sinnvoll, wenn im Ziel schon viele Daten liegen. So kann rclone schneller feststellen, welche Dateien noch fehlen und welche übersprungen werden können.

Bereits vorhandene Dateien ignorieren

--ignore-existing

Diese Option ist hier besonders wichtig.

Sie bedeutet: Wenn eine Datei im Ziel bereits vorhanden ist, wird sie nicht erneut kopiert.

Das ist nützlich, wenn ein Kopiervorgang bereits teilweise gelaufen ist oder wenn vorher schon Daten manuell oder mit einem anderen Tool übertragen wurden.

Vorteile:

bereits vorhandene Dateien werden übersprungen
der Kopiervorgang läuft schneller weiter
abgebrochene oder teilweise erledigte Migrationen lassen sich einfacher fortsetzen

Aber es gibt auch einen wichtigen Hinweis: --ignore-existing prüft nicht, ob eine vorhandene Datei vollständig oder aktuell ist. Existiert die Datei im Ziel bereits, wird sie übersprungen.

Wenn man unsicher ist, ob vorhandene Dateien wirklich korrekt sind, sollte man --ignore-existing weglassen oder anschließend eine Prüfung durchführen.

Logfile schreiben

--log-file "$HOME/kopiervorgang.log"

Damit schreibt rclone ein Protokoll in eine Datei im Benutzerordner.

Das Logfile liegt anschließend unter:

~/kopiervorgang.log

Das ist sehr hilfreich, weil man nach dem Kopiervorgang prüfen kann, ob Fehler aufgetreten sind.

Das Log kann man zum Beispiel so anzeigen:

less "$HOME/kopiervorgang.log"

Oder gezielt nach Fehlern suchen:

grep -i "error" "$HOME/kopiervorgang.log"

Log-Level festlegen

--log-level INFO

Mit INFO wird ein sinnvoller Detailgrad für das Logfile verwendet. Es werden relevante Informationen protokolliert, ohne dass das Log unnötig unübersichtlich wird.

Für eine Fehlersuche könnte man später auch ein ausführlicheres Log-Level verwenden, zum Beispiel:

--log-level DEBUG

Für normale Kopiervorgänge reicht INFO aber meistens aus.

Vorheriger Testlauf empfohlen

Bevor man den echten Kopiervorgang startet, kann man einen Testlauf ausführen:

rclone copy "/Volumes/Quelle" "/Volumes/Ziel/Backup" \
  --progress \
  --transfers 4 \
  --checkers 8 \
  --ignore-existing \
  --dry-run

Mit --dry-run zeigt rclone, was es tun würde, ohne tatsächlich Dateien zu kopieren.

Das ist besonders sinnvoll, wenn man prüfen möchte, ob Quelle und Ziel korrekt angegeben wurden.

Nach dem Kopieren prüfen

Nach dem Kopiervorgang kann man die Daten zusätzlich prüfen:

rclone check "/Volumes/Quelle" "/Volumes/Ziel/Backup" \
  --one-way \
  --log-file "$HOME/kopiervorgang-pruefung.log" \
  --log-level INFO

Dieser Befehl vergleicht Quelle und Ziel und schreibt das Ergebnis in ein separates Logfile.

Das Prüf-Log liegt dann unter:

~/kopiervorgang-pruefung.log

Auch hier kann man nach Fehlern suchen:

grep -i "error" "$HOME/kopiervorgang-pruefung.log"

Warum nicht einfach den Finder verwenden?

Der Finder ist für kleinere Kopieraufgaben bequem. Bei sehr großen Datenmengen hat er aber Nachteile:

weniger transparente Fehlerausgabe
schlechtere Wiederaufnahme nach Abbruch
keine sauberen Logfiles
schwieriger Fortschritt bei vielen Dateien
weniger Kontrolle über bereits vorhandene Dateien

Für Migrationen, Backups oder NAS-Umzüge ist ein Werkzeug wie rclone daher meist deutlich besser geeignet.

rclone installieren

Falls rclone noch nicht installiert ist, kann es über Homebrew installiert werden:

brew install rclone

Danach lässt sich die Installation prüfen:

rclone version

Falls Homebrew noch nicht installiert ist, kann es über die offizielle Homebrew-Webseite eingerichtet werden.

Wichtige Hinweise

Vor dem Start sollte geprüft werden, ob Quelle und Ziel wirklich korrekt eingebunden sind:

ls /Volumes

Außerdem sollte genügend Speicherplatz auf dem Zielvolume vorhanden sein.

Den freien Speicherplatz kann man unter macOS zum Beispiel so prüfen:

df -h

Für sehr große Kopiervorgänge sollte der Mac möglichst per Netzteil betrieben werden. Bei NAS-Transfers ist außerdem eine kabelgebundene Netzwerkverbindung empfehlenswert.

Fazit

Mit folgendem Befehl lassen sich große Datenmengen unter macOS zuverlässig von einem eingebundenen Quellvolume auf ein Zielvolume kopieren:

caffeinate -dimsu rclone copy "/Volumes/Quelle" "/Volumes/Ziel/Backup" \
  --progress \
  --transfers 4 \
  --checkers 8 \
  --ignore-existing \
  --log-file "$HOME/kopiervorgang.log" \
  --log-level INFO

Die Kombination aus caffeinate und rclone ist besonders praktisch für lange Kopiervorgänge:

der Mac bleibt wach
der Fortschritt ist sichtbar
bereits vorhandene Dateien werden übersprungen
Fehler werden protokolliert
der Vorgang kann später nachvollzogen werden

Für große Datenmigrationen ist das deutlich robuster als ein einfacher Kopiervorgang über den Finder.

Bei diesem Artikel wurde zur Unterstützung und Bild-Generierung KI verwendet.

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